Ein neuer Wochenmarkt für Weener

Hier am Hafenkopf könnte ein neuer Wochenmarkt für Weener entstehen. Bild: Andreas Stein

Die Lage:

In Weener ist in den vergangenen Jahren der klassische, große Wochenmarkt immer weiter geschrumpft. Heute gibt es ihn noch donnerstags mit noch zwei bis drei Wagen auf dem Parkplatz vor Edeka. Die Corona-Krise und der Trend zu immer mehr gelieferten Waren (selbst bei Lebensmitteln) machen einen klassischen Wochenmarkt in einer Stadt mit 15.000 Einwohnern unwirtschaftlich. Gleichzeitig ist ein Wochenmarkt mehr als nur eine Gelegenheit zum Einkaufen. Hier trifft man sich, tauscht sich aus. Der Wochenmarkt ist auch ein Ort der Begegnung und bringt die Menschen zusammen. Ein solcher Markt ist also grundsätzlich eine gute Möglichkeit, Weener zu beleben.

Das Problem:

Einfach nur einen Markt anzubieten, ist für Marktbeschicker unrentabel. Auch ist der alte Platz am Vogelsang nicht mehr so attraktiv wie früher, da in der Westerstraße und in der Neuen Straße immer mehr Einzelhandelsbetriebe in den letzten Jahren geschlossen haben oder umgezogen sind. Die beiden neuen Handelspunkte rund um Edeka und Holz und Bau an der Neuen Feldstraße (wo der restliche, kleine Wochenmarkt ja auf dem Parkplatz noch stattfindet) und bei Combi und Rossmann an der Haagstraße/Kirchhofstraße sind für einen größeren Markt nicht geeignet. Hier fehlt es vor allem an Ambiente, auch einmal länger zu bleiben und den „Belebungs-Charakter“ eines Wochenmarktes genießen zu können. Außerdem müsste ein Wochenmarkt finanziell subventioniert werden, damit er in einer Stadt wie Weener funktioniert.

Die Lösung:

Ein guter Wochenmarkt mit guten Produkten, lokal, ökologisch und nachhaltig, ist heute ein Anziehungspunkt für viele Kunden auch aus größeren Entfernungen. Ein guter Wochenmarkt, der auch gut vermarktet wird, zieht sicherlich viele Kunden nach Weener und die Bürger:innen profitieren ebenso von frischen Produkten und Waren, die man vielleicht sonst nicht in unserer Stadt kaufen kann. Mit dem Alten Hafen hat die Stadt ein Ambiente zu bieten, an dem man einen solchen Markt sehr gut veranstalten könnte.

Dazu sollte man folgendes bedenken:

  • Markttag ist immer jeder zweite Freitag
  • Start des Marktes um 13 Uhr (ansonsten Kollision mit den Öffnungszeiten von Dr. Köhnen)
  • Zunächst 6 bis 8 Marktbeschicker (aus einem Pool von bis zu 20)
  • Verkauf bis in den späten Nachmittag hinein (z.B. bis 16.30 Uhr)
  • Ergänzt wird der Markt durch kleine Veranstaltungen, Bands, Singer/Songwriter, Kleinkünstler
  • Der Markt bekommt eine eigene Internetseite, auf der man sich informieren kann, wer zum Beispiel beim nächsten Mal da ist, welche Veranstaltungen stattfinden, und so weiter

    Damit kann man sowohl nachhaltigen, lokalen Handel fördern, mehr Gäste an unser touristisches Highlight – den Alten Hafen – locken, sondern auch ein Zeichen setzen: Es tut sich was!
Hier könnte ein Wochenmarkt am Alten Hafen stattfinden.
Hier könnte ein neuer „Wochenmarkt am Alten Hafen“ in Weener stattfinden. Es wäre eine Bereicherung für unsere Stadt.

Wer soll das bezahlen?

Die große Frage ist dabei: Wer soll das bezahlen? Für die Umsetzung dieser Maßnahme soll das Förderprogramm „Perspektive Innenstadt“ des Landes Niedersachsen genutzt werden. Hier kann die Stadt Weener eine Summe von bis zu 320.000 Euro beim Land Niedersachsen geltend machen, wobei sie nur 32.000 Euro selbst zahlen muss. Damit stünden insgesamt 352.000 Euro zur Verfügung. Damit könnte man endlich einen hauptamlichen Geschäftsführer oder eine Geschäftsführerin bei der Hafen- und Tourismus GmbH (HuT) einstellen. Die HuT könnte diesen neuen „Wochenmarkt am Alten Hafen“ dann als Leuchtturmprojekt umsetzen.

Aber die Zeit drängt: Die Stadt Weener muss sich in Hannover bis zum 15. Juli gemeldet haben, um am Förderprogramm „Perspektive Innenstadt“ teilnehmen zu können.

Ich habe selbst schon verschiedene Förderprogramme (von kleinen Programmen mit ein paar tausend Euro – bis hin zu Großprojekten wie der Blumenschau 2019 oder nun der Maritimen Erlebniswelt) umgesetzt. Unsere Chancen für ein solches Projekt stehen wirklich gut. Dafür müssen wir das nun schnell anpacken.